Ab und an ist es Zeit für einen neuen Klangerzeuger. Da kam es sehr gelegen, dass irgendjemand im Synthforum die aktuelle Ausgabe der Beat empfahl. Auf der beiklebenden DVD sei ein recht spannender modularer Softsynth zu finden. Die Jungs in diesem Forum sind recht fit und versiert, also bestellte ich die aktuelle Ausgabe beim Kiosk nebenan. Die Beat ist mangels Nachfrage offenbar nirgends vorrätig, was mich im Nachhinein nicht wundert.
Das Papp-Cover der DVD verriet, dass das eigentliche Highlight nicht der Modularsynth, sondern die eingeschränkte Vollversion eines Synthesizers mit dem klangvollen Namen "Nuklear" einer Schmiede namens "Hamburg Audio" sei.
"Frische Klänge mit Pulsar-Train-Synthese" Pulsar Train, huh? Buzzword my ass! Dass die sogenannten "Vollversionen" auf Heft-CDs/DVDs stets um Einiges an Funktionsumfang bereinigt sind, ist nichts Neues, angesichts des Preises jedoch verschmerzbar. Die Beat-Version hatte allerdings eine weitere Überraschung parat.
Zunächst will die Software freigeschaltet werden. Man gibt die URL des Mags im Browser seiner Wahl ein und füllt ein Formular mit Namen und einer eMail-Adresse aus, die man eigens für Spam eingerichtet hat. Denn dass es nach der Registrierung Newsletter hagelt, ist so sicher wie das Amen im Jungle. Kastrierte Software gegen eine Spam-eMail-Adresse, ein fairer Tausch mit einer langen Tradition.
Innerhalb einer halben Minute gab's automatisierte Post von der Beat. Hurra! Wie sich herausstellte, war dieser Aktivierungs-Code nur die halbe Miete. Das Plug-In verlange einen weiteren Zahlensatz, diesmal direkt vom Hersteller. Die Message der Webseite deutete darauf hin, dass der Code aus Malaga (dort sitzt Hamburg Audio und nicht etwa in meiner Nachbarschaft) seine Zeit braucht, um aus Spanien seinen Weg in meine bundesdeutsche Werbertrommel zu finden:
Registrierung erfolgreich!
Ein Aktivierungskey befindet sich in wenigen Stunden in Ihrem Email Postfach.
Richtig gelesen: Stunden! Leute, wir sind hier im Internet. Wir rechnen in Sekunden!
Wir schreiben das Jahr 2011. Es dauerte in der Tat über anderthalb Stunden, bis der Key ankam. Ob er funktionierte? Ich werde es nie erfahren, denn "Nuklear" war längst im Papierkorb verstrahlt. Ob man als namenloser Anbieter eines Nischenprodukts mit solchen Methoden neue Nutzer gewinnt, die im Netz positives Feedback verstreuen? Ich wage es zu bezweifeln.
Als weitere exklusive Vollversion auf Beats DVD lockte Serato DJ Intro. Dieses Traktor für Arme war mein zweiter Kaufgrund. Ums vorweg zu nehmen: für die € 5,60 hätte ich ein 1a Sixpack bekommen!
DJ-Software für Einsteiger mit Beatmatching, Loops und Effekten
Na das klingt doch toll. Solange das Ding zwei virtuelle Decks hat, hat's seinen Zweck erfüllt. Zwei Decks hat es auch, prinzipiell.
Ohne einen Hardware-Controller ist nur ein virtuelles Deck vorhanden. Die Effekte sind ebenfalls nicht auffindbar. Auf der Titelseite wird diese Einschränkung freilich verschwiegen, Der Hinweis befindet sich an der Stelle im Heft, an der die DVD eingeklebt ist.
Ohne Arme keine Kekse. Ohne Controller nur ein aufgeblasenes Winamp. Wobei Letzeres wenigsten noch putzige Visuals mitschleppt.
Das hat Print also zu bieten im Jahre 2011 des Herren. Irre! Wenn Beat und all die anderen Mags vom Markt verschwinden, wird sich mein Mitleid in Grenzen halten. Die Demo von Reason 6 hatte ich von der Herstellerseite schneller runtergeladen, als der 100m-Fußmarsch zum Kiosk dauerte. Irgendwann, verehrte Redaktionen, werden auch die anbindungsschwachen Agrarregionen über DSL verfügen, eure DVD-Beilagen sind dann vollkommen obsolet.
Plain Shit
Samstag, 12. November 2011
Dienstag, 12. Juli 2011
The sky is a limit
Ich wollte ja immer schon wissen, ob man für Space-Fotos mindestens ein C8 braucht oder ob's reicht, eine handelsübliche Knipse auf eine computergesteuerte EQ zu schnallen, bzw. ob das überhaupt geht und wenn ja: wie. Es galt also, herauszufinden, wieviel man mit welchem Kostenaufwand erreichen kann und was eine EQ überhaupt ist.
Donnerstag, 7. Juli 2011
Birnenkunst
Alles verreckt in letzter Zeit. Mein Blog aufgrund eigener Blödheit, mein Abblend- oder Fernlicht aus purer Bosheit.
War wohl das Fernlicht. Mal genauer anschauen.
War wohl das Fernlicht. Mal genauer anschauen.
Mittwoch, 6. Juli 2011
Wordpress 3.2 killed my blog
... bzw. ich killte Wordpress. Und deswegen geht's jetzt (wieder) hier weiter. Wieder daheim bei Tante Google.
Unter der Haube hat sich bei Blogspot 'ne Menge getan seit ... 2008.
Dienstag, 5. Juli 2011
Der rote Schalter
… und irgendwann klingt’s an deiner Tür und du schaust erst einmal aus dem Fenster, weil du keinen Besuch erwartest und das Chinafood bereits vor Stunden geliefert wurde. Draußen parken selbstbewusst ein Ford Transporter und ein 5er BWM in 2. Reihe. Geradezu selbstgefällig teilen sie die Farbe, die man zuweilen Hubschraubern vorwirft.
Nun gut, da du weder Terrorist noch sonst irgendwie originell bist, öffnest du die Tür und bittest die Jungs rein. Eine halbe Sekunde später macht es “zisch”, nach zwei weiteren Sekunden wirkt das K.O.-Spray. Nach rund zwei Stunden erwachst du in einem viel zu großen Raum, vermutlich im Kellergeschoss, in irgendeinem Büro- oder Zweckgebäude. Du sitzt an einem Tisch auf dem nichts weiter steht als ein kleiner schwarzer Kasten. Eine elektronische Schaltung ist darin verborgen, verrät der rote Schalter auf dem Kästchen. Dann schleicht ein Mann undefinierbaren Alters herein, nimmt auf diesem wunderbaren, schwarzen Chefsessel aus irgendeinem gottverdammten Ochsenleder dir gegenüber platz und erklärt die Sachlage. Das tut er in einem Tonfall, als ging’s um deinen neuen Job in der Buchhaltung.
Nun gut, da du weder Terrorist noch sonst irgendwie originell bist, öffnest du die Tür und bittest die Jungs rein. Eine halbe Sekunde später macht es “zisch”, nach zwei weiteren Sekunden wirkt das K.O.-Spray. Nach rund zwei Stunden erwachst du in einem viel zu großen Raum, vermutlich im Kellergeschoss, in irgendeinem Büro- oder Zweckgebäude. Du sitzt an einem Tisch auf dem nichts weiter steht als ein kleiner schwarzer Kasten. Eine elektronische Schaltung ist darin verborgen, verrät der rote Schalter auf dem Kästchen. Dann schleicht ein Mann undefinierbaren Alters herein, nimmt auf diesem wunderbaren, schwarzen Chefsessel aus irgendeinem gottverdammten Ochsenleder dir gegenüber platz und erklärt die Sachlage. Das tut er in einem Tonfall, als ging’s um deinen neuen Job in der Buchhaltung.
“Sehen Sie diesen Kasten? Das ist eine Art Zufallsgenerator. Wenn Sie den Knopf drücken, werden zwei Dinge geschehen: Sie bekommen 3 Milliarden Euro aus dem bundesdeutschen Rüstungsetat, und eine Neutronenbombe vernichtet eine europäische Stadt. Damit Ihnen die Entscheidung nicht zu leicht fällt, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es auch Ihre Stadt treffen kann. Die Detonation erfolgt innerhalb von 25 Minuten. Entscheiden Sie sich also für das Knöpfchen, besteht die Möglichkeit, dass Sie, ich, die ganze Stadt noch heute Geschichte sind. Ich lasse Sie jetzt allein.”Noch bevor du fragen kannst, ob die 3 Milliarden steuerfrei sind und wie oft du den Schalter betätigen darfst, hat der Drecksack den Raum verlassen. Und nun sitzt du da und überlegst, ob du auf’s Knöpfchen drückst. Tust du’s?
Multitasking
Es ist viertel vor fünf, morgens. Ich zappe durch die Restfetzen des privatfernsehnlichen Nachtgeschehens und bleibe bei Pro 7 hängen. Dicke schwarze Streifen. 35mm. Spielfilmalarm. Denzel Washington erscheint, das ist im Grunde ein Grund, beim nächsten Werbespot Kaffee zu kochen, denn Mr. Washington ist ein Sehenswertigkeitsgarant. Glücklicherweise ist der Kaffee längst fertig, denn um diese frühchristliche Zeit wird Pro7 längst keine Werbeplätze mehr los und so tuckert der Film ununterbrochen weiter. Wenige Sequenzen später taucht Donald Sutherland auf, dicht gefolgt von John Goodman, und ich beginne mich zu ärgern, die erste Hälfte des Streifens verpasst zu haben.
Videotext verrät mir, dass es sich um Dämon – Trau keiner Seele aus dem Jahre 1998 handelt. Zurück im Bild sehe ich eine der besten Kamerafahrten seit langem. Ein Hauch von Ballhaus, für einen kurzen Moment. Ich muss wissen, wer das vollbracht hat. Also rasch das Netbook aus dem Sleepmode gescheucht: Wikipedia steh mir bei!
Director of Photography war Newton Thomas Sigel. Seine Filmographie läd zum Googlen ein. Zwei Klicks später finde ich mich in einem drei Jahre alten Artikel der New York Times wieder. Es geht um digitale Filmkameras. Im Hintergrund läuft der Film weiter, dessen Ende ich am Anfang dieses Eintrags bei Wikipedia gelesen habe. Längst bin ich auf Arris Webseite und genieße etwas Camera Porn.
Wie es aussah, gewann der Dämon am Ende.
Videotext verrät mir, dass es sich um Dämon – Trau keiner Seele aus dem Jahre 1998 handelt. Zurück im Bild sehe ich eine der besten Kamerafahrten seit langem. Ein Hauch von Ballhaus, für einen kurzen Moment. Ich muss wissen, wer das vollbracht hat. Also rasch das Netbook aus dem Sleepmode gescheucht: Wikipedia steh mir bei!
Director of Photography war Newton Thomas Sigel. Seine Filmographie läd zum Googlen ein. Zwei Klicks später finde ich mich in einem drei Jahre alten Artikel der New York Times wieder. Es geht um digitale Filmkameras. Im Hintergrund läuft der Film weiter, dessen Ende ich am Anfang dieses Eintrags bei Wikipedia gelesen habe. Längst bin ich auf Arris Webseite und genieße etwas Camera Porn.
Wie es aussah, gewann der Dämon am Ende.
Warum ich Berlin nie ausstehen konnte
Mein erster Berlin-Besuch war irgendwann in den späten 80ern. Frühsommer, Spargelzeit. Es war diese obligatorische Visite bei entfernten Bekannten, die man auf irgendwelchen Urlaubsveranstaltungen kennenlernt.
“Man sich ja ma besuchen, wa.”
“Man sich ja ma besuchen, wa.”
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